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Rabinowich, Hinter Glas  

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Julya Rabinowich
Wie ein Spiegel ist Alice bisheriges Leben in tausend Scherben zerbrochen. Sie hat die Enge und Stille, die Tyrannei des Großvaters nicht mehr ausgehalten. Und flieht zu Niko, ihrer großen Liebe. Von ihm erhofft sie sich Geborgenheit und Halt. Mit ihm verbringt sie einen Sommer voller Freiheit. Doch dann verändert sich alles: Niko ist zunehmend unbeherrscht. Im Moment der größten Verzweiflung gelingt es Alice, sich aus dem Strudel zu befreien. Julya Rabinowich schreibt mit einer erzählerischen Intensität, wie man sie im Jugendbuch lange gesucht hat. Eindringlich und mit poetischer Kraft schildert sie die Facetten der Gewalt und die Geschichte einer Emanzipation.
192 Seiten, gebunden

Es ist heute ein (zu) seltener Glücksfall, wenn ein Kinder- oder Jugendbuch so geschrieben ist, dass man es auch als Erwachsene*r mit Freude und großem Gewinn lesen kann.
Mit „Hinter Glas“, dem neuen Jugendroman, ist dies der österreichischen Autorin Julya Rabinowich ganz vortrefflich gelungen.
In einer Zeit, wo wir uns aktuell gerade wieder besonders mit dem Thema Gewalt auseinandersetzen müssen, erzählt uns die Ich-Erzählerin Alice eine Geschichte, die gleich mehrere Facetten der Gewalt aufzeigt.
Da ist das Mobbing in der Schule, da ist die Familie, die nur vordergründig eine heile Welt darstellt. Da ist der Ausbruch von Alice in eine neue heile Welt mit ihrem Freund und dessen Freundeskreis.
Hier lebt die schüchterne junge Frau ein wenig auf und in den Tag hinein.
Die Brüche kommen langsam.
Ein kleiner ist es, wenn der Freund Alice zum ersten Mal heftig anschreit.
Noch heftiger wird es, als Alice Zeugin wird davon, dass in ihrer neuen „Familie“ das Video einer brutalen Prügelei belacht und beklatscht wird.
„Ich machte ganz fest die Augen zu. Ich wollte nicht sehen, was passierte.
Ich dachte an Rosa und mich. Ich dachte an meinen Großvater. Es war immer dasselbe.
Dieser Rausch, Macht über den anderen zu haben.
In diesem Moment der Gewalttätigkeit gehörte das Opfer dem Täter.“
Es braucht allerdings noch zweierlei Eskalation, bis Alice bewusst wird, dass ihr Davonlaufen nicht mutig war, dass sie Problemen nicht entgegentritt, sondern geflüchtet ist. Von einer schmerzhaften Situation in die nächste.
Von einer „Stimme aus dem Off“ wird Alice zuweilen begleitet und dieser Kunstgriff der Autorin ist ungeheuer gelungen: es entwickelt sich dadurch ein starker Sog, ein Tempo, eine Spannung; wir spüren, dass noch etwas passieren muss, bis Alice die Kraft zum Handeln aufbringen kann. Wird sie es schaffen?
Und dies ist denn für mich auch der eigentliche Kern der Geschichte: nicht Wegsehen! Nicht Schweigen! Den Mut zum Handeln finden!
Dass Alice auch Hilfe von außen sucht und erhält ist gut, aber den ersten Schritt schafft sie aus eigener Kraft. Sie emanzipiert sich, weil diese Kraft in ihr drin ist. Von allem Anbeginn.
Und diese Kraft ist in uns allen.
Julya Rabinowich gelingt das Kunststück eine literarische Sprache zu finden, die für Jugendliche leicht lesbar ist, aber in ihren Bildern so kraftvoll und berührend ist, dass sie eben auch erwachsene Leser*innen
abholen kann.
Und wie schon bei „Dazwischen: Ich“ verzichtet Rabinowich auf Schwarz-Weiß-Malerei, indem sie die Figuren so komplex zeichnet, dass sich jede*r finden kann. Ein Stückchen ist vielleicht in allen Figuren zu finden.
Entscheiden müssen wir uns selber.
Möge uns das gelingen.
Jeden Tag.
Alexandra Zumoberhaus



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