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Welt der Romanik (Ullmann/Toman)  

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Toman/ Bednorz/ Geese
Die Welt der Romanik - Baukunst und Bildkultur im Hochmittelalter 1020–1250
568 Seiten, 610 tolle Farbfotos, gebunden, Großformat
Als Kunst und Architektur der Romanik gelten in diesem Band Werke ab dem Beginn der salischen Kaiserzeit bis etwa Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Grenzen sind fließend, und die Eckdaten, die in verschiedenen Regionen Europas geschichtlich sinnvoll erscheinen, variieren von Land zu Land. Trotzdem ist festzuhalten, dass die Romanik als erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst gelten darf. In diesen ca. 230 Jahren sind es verschiedene Institutionen, Hauptorte des Geschehens und Gestalten, die der Zeit ihre Signatur verliehen.

In den ersten vier Kapiteln werden die wichtigsten gesellschaftlichen Stände, mentale Einstellungen und kulturhistorische Aspekte behandelt, darunter das Pilgerwesen, der Reliquienkult und die Kreuzfahrten, die eine Verständnisbasis für die christliche Kunst der Romanik schaffen sollen. Auch Machtkonstellationen wie die konfliktträchtige zwischen Kaiser und Papst werden hier beleuchtet. Die nachfolgenden umfangreichen Kapitel gehen näher auf Mönchtum, Klöster und Klosterkirchen ein, auf die regionale architektonische Vielfalt der Gotteshäuser und deren skulpturale und malerische Ausstattung. Den Werken der Skulptur, insbesondere den innovativen romanischen Schöpfungen wie dem Skulpturenportal und der Kapitellplastik, wird hier besondere Aufmerksamkeit zuteil. Das letzte Kapitel ist den kunsthandwerklichen Gegenständen gewidmet, die in liturgischem Zusammenhang stehen, darunter auch die großartigen Schöpfungen der Buchmalerei.

Das romanische Hochmittelalter ist bekannt für den Spagat zwischen Tradition und Umbruch. Der Begriff des finsteren Mittelalters, wie ihn die Humanisten hervorgebracht haben, ist längst überholt und lediglich das Resultat aus der laut der Humanisten niedergehenden Hochkultur der Antike. Die in diesem Bildband abgebildeten Werke aus der Zeit zwischen 1020 und 1250 entstanden nach allgemeiner Geschichtswissenschaftlicher Bezeichnung im Hochmittelalter. Eine Zeitspanne, die nach kunsthistorischer Einordnung die Epoche der Romanik trifft.
Von Nordspanien und Südfrankreich aus zog sich im elften Jahrhundert ein einheitlicher Baustil durch ganz Europa. Aufgrund der optischen Orientierung am Stil der römischen Antike formte sich die Bezeichnung „Romanik“ aus dem zunächst als roman bezeichneten Stil über den sich in der Kunstgeschichte etablierten Begriff „romanisch“. Die rasche Ausbreitung des Baustils und der Bildkunst ist vor allem der Auftragsarbeiten zuzuschreiben. Aufgrund der hauptsächlich aus kommerziellem Interesse entstandenen Werke muss die Frage nach dem jeweiligen Künstler häufig unbeantwortet bleiben. Viel mehr ließen sich die Auftraggeber und Stifter der Werke stets präsent vermerken, denn die Künstler wurden in der Regel engagiert, um theologische und liturgische Zusammenhänge oder historisch-politische Kontexte und Meinungen zu verewigen. Eine Tendenz zugunsten der Künstler ist hierbei im 11. Jahrhundert zu beobachten.
Lebenswelten und Mentalität
Die Gesellschaft des Hochmittelalters war geprägt von der Eingliederung in drei Stände des klerikalen Konzepts. Doch, man möchte meinen als eine der wenigen Gesellschaften, stand diese vor einem Wandel. Die Darstellung der Hölle und die Strafen die auf Sünden folgten ließen die Gruppendynamiken in einem Rahmen außer Kraft treten, der das Leiden des Einzelnen für seine Sünden verstärkte, wenn nicht vervielfachte.

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Die Vorstellung des Weltgerichts sorgte für diese Ansicht, doch das Deutungsschema der christlichen Stände – oratores, pugnatores und laboratores – sorgt bereits offensichtlich für eine Aufspaltung der Gleichheit. Unterschiedliche Aufgaben, ja höherrangige und niederrangige Aufgaben, wurden von Gruppen verschiedener Stände ausgeführt. Eine klassische Hierarchie also, die das Interesse der Kirche in den Fokus rückte. Aber gleichzeitig auch eine Ansicht, die sich Ende des 12. Jahrhunderts auflöste. In Die Welt der Romanik erfahren Sie im ersten Kapitel detaillierte Zusammenhänge dieser Darstellung von oratores, pugnatores und laboratores festgehalten durch die einzigartigen Fotgrafien von Achim Bednorz und inhaltlich durch die Texte von Uwe Geese verknüpft.

Seit je her spielt der Tod eine unausweichliche Rolle im Leben. Gefürchtet oder ersehnt, guter Tod oder schlimmer Tod, man fürchtete nicht den Vorgang sondern den Moment des Sterbens. Die Sterbestunde wird von der Ungewissheit beherrscht und doch war er im Mittelalter nur ein Schritt und nicht das Ende. Das Leben nach dem Tod folgte dank der Zweiweltenlehre, nach der die Seele in das Jenseits übergeht. Die Frage im Raum die immer unbeantwortet blieb: Himmel oder Hölle?
Die irdische Schau der göttlichen Schöpfung
Im 11. Jahrhundert beginnen das Weltbild, die Wissenschaft und die Künste aus ihrer Einheit unter dem Absolutheitsprimat der Religion zu brechen. Neue Betrachtungsweisen und Denksysteme entwickelten sich und gerieten nicht selten in Widerspruch zur Religion. Die Visionen von Hildegard von Bingen sowie die Darstellungen der Weltschöpfung sorgten für die Annahme des theozentrischen Weltbildest und auch die Künstler bekamen zunehmend Wertschätzung für ihre Fähigkeiten.
Im zweiten Kapitel von „Die Welt der Romanik“ widmen wir uns unter anderem der Weltschöpfung. Ein eindrucksvolles Elfenbeinrelief mit Darstellungen des Schöpfungswerkes wird präsentiert und erläutert. Dieses Relief live zu sehen ist kein Problem: Es ist im Bode-Museum zu Berlin ausgestellt und bereits eigenständig einen Besuch wert.
Glaube und Mobilität
Reisen im Mittelalter war beschwerlich. Hieß es doch, auf unbefestigten Wegen zu Fuß zu gehen, falls es überhaupt bereits Schneisen in Richtung des Ziels gab. Gehörte man nicht dem Adel an, so konnte man auch nicht von Hof zu Hof ziehen, sondern musste Nacht für Nacht rechtzeitig ein Lager errichten. Doch die Neugier trieb die Gesellschaft voran und der Aufschwung der mit der Jahrtausendwende einherging sorgte für neuen Fortschritt bei der Fortbewegung – Schiffe, Pferde und Maultiere, die nicht mehr nur Packtiere waren sorgten für eine leichtere Art und Weise des Reisens. Zeugnisse der Reiselust sind weit verbreitet. Etwa der Mann in einem Pferdewagen am Dom von Fidenza oder der Normannische Reiter auf dem Baldishol-Teppich in Oslo.
Ein ganz anderer Aspekt von Glaube und Mobilität ist der Krieg. War es Gewalt im Namen Gottes? Die ersten drei Kreuzzüge und ihre Begleiterscheinungen waren von jeher ein Dilemma der Kirche. Angesichts der friedliebenden und Gewalt ablehnenden Lehre des Religionsstifters war es nicht möglich die Anwendung militärische Gewalt zu rechtfertigen. In der Erklärungsnot entstand die Unterscheidung zwischen ungerechten und gerechten Kreig. Der Kampf gegen die Heiden kam hier gelegen, um als gerecht zu gelten und schließlich zur Voraussetzung für die Ausbildung des Kreuzzugsgedankens sorgte.
Das Haus Gottes – Baukunst und regionale Besonderheiten romanischer Kirchen
Ganz gleichgültig ob in Frankreich, England oder Deutschland, die romanische Architektur prägt das Erscheinungsbild ganzer Städte. Insbesondere Bauten im Zusammenhang mit der Kirche sind offensichtlich „aus der Romanik“. Rundbögen und Kreuzgewölbe prägen die aus dem Hochmittelalter stammende Baukunst einheitlich. Wie eine Kirche auszusehen hatte bestimmte nicht der Baumeister, sondern die Bischöfe, Äbte oder Domkapitel. Der Baumeister stellte lediglich sein Wissen und sein technisches Vermögen bereit.
Die romanische Sakralarchitektur war im Italien des 11. Jahrhunderts geprägt von einer Kombination aus dem Langhaus einer Basilika und dem Zentralbau nach Vorbild von frühchristlichen Bauten. Ein geographischer Schwenk nach Hildesheim bringt uns in die Klosterkirche Sankt Michael, welche im Bautyp einer doppelchörigen Basilika mit zwei Querhäusern von Bischof Bernward gestaltet wurde. Eine Reise nach Speyer bedeutet gleichzeitig Zeuge der Demonstration kaiserlicher Macht zu Werden. Der von Kaiser Konrad II. errichtete Dom zu Speyer manifestiert den Gründungsbau der salischen Dynastie. Im Prachtband Die Welt der Romanik erfahren Sie weitere Details und Fakten zu den verschiedenen Bauten und können sich durch die einmaligen Fotografien noch besser in die Erklärungen hineindenken. Von den bereits angesprochenen Sakralbauten führt Sie die Reise in unser Buch zu faszinierenden Bauten in Europa. Der romanischen Hauptstadt Köln ist ein eigenes Kapitel gewidmet und neben Worms, Murbach und Hildesheim dürfen selbstverständlich Ausführungen zu italienischen Bauten wir dem Sant’Ambrohio in Mailand, dem Dom und dem Baptisterium in Parma, dem Dom zu Pisa und zu Lucca oder den bedeutenden Kirchenbauten in Frankreich, Spanien, England, Skandinavien oder Ungarn, nicht fehlen.



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