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Petronius, Satyrikon
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Petronius, Satyrikon
380 Seiten, gebunden
Das Satyrikon ist das einzige, allerdings nur fragmentarisch erhaltene Werk von Petronius. Es zeichnet ein Sittenbild römischen Lebens im 1. Jahrhundert von abstoßender und zugleich faszinierender Dekadenz. Der erhaltene Text hat in etwa den Umfang eines Buchs des ursprünglich aus etwa 20 Büchern bestehenden Werks. Seine Originalität besteht zum einen in der Kombination von schriftsprachlichem Latein in den erzählerischen Passagen und einem niederen bis vulgären Alltagslatein in den Äußerungen der Personen, zum anderen in der Kombination von Prosa und Versen.
Inhalt: Der Erzähler Encolpius berichtet von Abenteuern, die er mit Ascyltos und seinem Geliebten Giton durchlebt. Die einleitenden Szenen zeigen ein ungehemmtes, ausschweifendes Leben. Die Helden werden getrieben von ihren sexuellen Bedürfnissen, von Habgier, Fress- und Trunksucht.
Der Hauptteil, der auch als Gastmahl des Trimalchio bekannt ist, schildert eine wichtigtuerische Gesellschaft aus Neureichen, die sich mit geschmacklosen Scherzen und absurder Scheinbildung einem skurrilen Gelage hingibt. Als Höhepunkt inszeniert der Gastgeber Trimalchio sein eigenes Begräbnis. Der Lärm ruft die Feuerwehr herbei, die mit Äxten und Wassergüssen dem Mahl ein Ende bereitet.
Später trifft Encolpius den Dichter Eumolpus, der auf der folgenden Schiffsreise unter anderem die berühmt gewordene Geschichte von der ephesischen Witwe erzählt. Diese hielt Totenwache in der Gruft ihres Mannes und verliebte sich dabei in einen Soldaten, der gekreuzigte Räuber zu bewachen hatte. Der Soldat verführt sie und ihre Magd, während gleichzeitig eine der gekreuzigten Leichen gestohlen wird. Um der Todesstrafe zu entgehen, nimmt der Soldat das Angebot der Witwe an und hängt kurzerhand deren verstorbenen Gatten als Ersatz an das leere Kreuz.
Als Schiffbrüchige gelangen Encolpius und Eumolpus nach Kroton, betrügen dort Erbschleicher und leben in Saus und Braus; Encolpius aber wird bei immer neuen Liebschaften von seiner Impotenz gepeinigt.
Das Satyrikon erinnert stark an die Odyssee (entst. 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr.) von R Homer, auf die häufig angespielt wird. Wie Odysseus von Poseidon geplagt wurde und das Ziel, seine Heimat Ithaka, nicht erreichte, wird Encolpius vom Fruchtbarkeitsgott Priapus gepeinigt, kommt aber aufgrund seiner Impotenz nicht zum Ziel.
Wirkung: Das Satyrikon ist eine der wichtigsten Quellen für das Alltags- und Vulgärlatein des 1. Jahrhunderts. Petronius wurde in vielerlei Weise rezipiert und zu einer Quelle des Alltagslebens im Rom des ersten Jahrhunderts.
Zu den Verehrern des Satyrikon gehörten unzählige Schriftsteller, darunter Jonathan R Swift, R Voltaire, Oscar R Wilde, T. S. R Eliot, Gustave R Flaubert, Ezra R Pound und Friedrich R Nietzsche. Auch der Ulysses (1922) von James R Joyce lässt einen Einfluss der Alltags-Odysse des Petronius erkennen.
Pressestimmen
«Ein literarischer Schatz: Rabelais und Boccaccio pur, ohne Moral und voller Lust... Schon vor dem Essen ein Besuch im Puff, und danach geht's munter-manisch weiter in diesem antiken Road-Roman... in einer wunderschön übersetzten Manesse-Ausgabe.» (Der Tagesspiegel )
«Immer ein Vergnügen: Die Neuübersetzung von Petronius' 'Satyricon' wirkt frisch und ungeniert... weil Kurt Steinmann mit Lust, Feingefühl und frei von Scham übersetzt hat... eine stilistisch homogene und erfreulich lebendige Fassung... selbst Zotiges und Poetisches greifen wunderbar ineinander.» (Frankfurter Rundschau )
«Verteufelt, verdammt, bewundert – das Werk gilt den einen als 'obszönster Roman der Welt', den anderen als klassisches Meisterwerk der Antike.» (Rhein-Neckar-Zeitung ) |
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